Praxis12 Min. Lesezeit·3. November 2026

Was und wie viel füttere ich meinem ersten Hund?

Für den ersten Hund reicht ein Alleinfuttermittel oder selbst gekochtes Futter mit Ergänzungen. Die Menge richtet sich nach dem Energiebedarf.

Was und wie viel füttere ich meinem ersten Hund?

Für Deinen ersten Hund reicht ein Alleinfuttermittel, nass oder trocken, oder selbst gekochtes Futter mit den nötigen Ergänzungen. Wie viel Dein Hund braucht, hängt an seinem Energiebedarf, also an Gewicht, Alter und Aktivität. Die Angabe auf der Packung ist dafür nur ein Startwert: Ob die Menge passt, zeigen Dir in den ersten Wochen Waage und Figur.

Dieser Ratgeber gilt für gesunde, ausgewachsene Hunde ab 12 Monaten, egal ob Dein Hund aus dem Tierschutz, aus dem Tierheim oder aus einer anderen Familie kommt. Auch Bowl Builder rechnet erst ab 12 Monaten. Trächtige und säugende Hündinnen haben einen anderen Bedarf.

So gehst Du vor:

  1. Bisheriges Futter erfragen und in den ersten Tagen weiterfüttern
  2. Energiebedarf Deines Hundes ausrechnen
  3. Eine Fütterungsform wählen und dabei bleiben
  4. Tagesmenge abwiegen und Leckerlis mitrechnen
  5. In den ersten Wochen Gewicht und Figur prüfen und die Menge anpassen

Was füttere ich in den ersten Tagen?

In den ersten Tagen fütterst Du am besten das Futter, das Dein Hund schon kennt. Für ihn ist gerade alles neu: die Wohnung, die Geräusche, die Menschen. Das Futter muss nicht auch noch neu sein. Frag deshalb beim Abholen nach, was er bisher bekommen hat. Diese drei Fragen helfen:

Willst Du danach auf ein anderes Futter wechseln, mischst Du das neue nach und nach unter das bisherige. Das Ernährungsteam der Tierärztlichen Fakultät der Tufts University in den USA empfiehlt dafür mindestens eine Woche, damit sich die Verdauung umstellen kann. Das gilt auch für den Umstieg auf selbst gekochte Bowls.

Anteil von bisherigem und neuem Futter an der Tagesmenge bei einer Umstellung über eine Woche, nach dem Ernährungsteam der Tufts University
Tag Bisheriges Futter Neues Futter
Tag 1 90 % 10 %
Tag 2 75 % 25 %
Tag 3 und 4 50 % 50 %
Tag 5 25 % 75 %
Tag 6 10 % 90 %
ab Tag 7 0 % 100 %

Jeder Hund ist anders: Manche vertragen den Wechsel von einer Mahlzeit auf die nächste, andere brauchen 4 bis 6 Wochen. Lass Dir im Zweifel mehr Zeit. Erbricht Dein Hund wiederholt, hat er wässrigen Durchfall, wirkt er matt oder hat er Schmerzen, ruf Deine Tierarztpraxis an.

Welches Futter braucht mein Hund?

Dein Hund braucht ein Futter, das allein für die tägliche Ration reicht. Auf der Packung erkennst Du das an einem Wort: Nach EU-Recht muss dort stehen, welche Art Futtermittel es ist. Für den Napf kommt es auf zwei Begriffe an:

Welche Form Du wählst, hängt von Deinem Hund und Deinem Alltag ab:

🥣

Trockenfutter

Trockenfutter enthält höchstens 14 Prozent Wasser. Es hat viel Energie in wenig Gramm, deshalb wiegst Du besonders genau ab. Frisches Wasser steht immer daneben.
🥫

Nassfutter

Nassfutter enthält mindestens 60 Prozent Wasser. Für dieselbe Energie brauchst Du deutlich mehr Gramm als bei Trockenfutter.
🍲

Selbst gekocht

Du kochst Fleisch, Beilage und Fett in der Menge, die Dein Hund braucht. Dazu kommen Calcium, Jod, Vitamin D, Vitamin E und ein Öl.
🥩

BARF

Dein Hund bekommt rohes Fleisch, Innereien und Knochen, dazu Obst und Gemüse. Rohes Fleisch kann Keime wie Salmonellen tragen. Bowl Builder rechnet Fleisch und Fisch nur gegart.

Die Prozentwerte für Wasser sind die Branchendefinition, die auch die FEDIAF verwendet, der europäische Dachverband der Heimtierfutter-Hersteller. Für die Versorgung zählt nicht, ob nass oder trocken, sondern das Wort Alleinfuttermittel.

Selbst kochen klappt auch mit dem ersten Hund, wenn die Mengen stimmen und Du die nötigen Ergänzungen dazugibst. Sonst fehlt dem Futter auf Dauer etwas, auch wenn es satt macht. Wie es geht, steht im Artikel Wie kann ich Hundefutter selber kochen?

BARF steht für Biologically Appropriate Raw Food oder Bones and Raw Food, auf Deutsch biologisch artgerechtes rohes Futter. Auch eine BARF-Ration muss vollständig sein, und das gelingt oft nicht: In einer Münchner Studie hatten 60 Prozent von 95 BARF-Rationen für erwachsene Hunde mindestens ein Ungleichgewicht, etwa zu wenig Calcium, Jod, Zink, Kupfer oder Vitamin A. Rohe Knochen können außerdem den Verdauungstrakt verletzen oder verstopfen, warnt die ASPCA.

💡 Wichtig

Jede Fütterungsform hat Vor- und Nachteile

Trockenfutter, Nassfutter, selbst gekochtes Futter und BARF: Keine dieser Formen ist für jeden Hund und jeden Alltag die beste. Entscheidend ist, dass die Ration vollständig ist und zu Deinem Hund und zu Dir passt.

Leg Dich irgendwann auf eine Form fest und bleib dabei. Jeder Wechsel ist eine Umstellung für die Verdauung: In einer Studie der University of Illinois brauchte die Darmflora von Hunden nach einem plötzlichen Futterwechsel rund sechs Tage, bis sie sich neu eingependelt hatte. Ein zu schneller Futterwechsel gehört laut dem Riney Canine Health Center der Cornell University zu den Auslösern von Durchfall.

Abwechslung bei den Zutaten innerhalb Deiner Form ist etwas anderes. Probleme macht vor allem, wenn sich die Zusammensetzung stark ändert, etwa der Fettgehalt, sagt der Tierarzt Joseph Wakshlag von der Cornell University.

Wie viel Futter braucht mein Hund am Tag?

Dein Hund braucht so viel Futter, wie er an Energie verbraucht. Die Menge richtet sich nach dem Energiebedarf in Kilokalorien, nicht nach einer festen Grammzahl. Bowl Builder rechnet ihn nach den Nutritional Guidelines der FEDIAF aus Zielgewicht, Alter und Aktivität. Spaziergänge heißt dabei unter 1 Stunde Bewegung am Tag, aktiv heißt 1 bis 3 Stunden.

Energiebedarf pro Tag für erwachsene Hunde von 3 bis unter 7 Jahren, nach FEDIAF und gerechnet wie im Bowl Builder
Gewicht Spaziergänge Aktiv
5 kg 318 kcal 368 kcal
10 kg 534 kcal 619 kcal
15 kg 724 kcal 838 kcal
20 kg 898 kcal 1.040 kcal
30 kg 1.218 kcal 1.410 kcal

Junghunde von 1 bis unter 3 Jahren bekommen im Bowl Builder etwas mehr, Senioren ab 7 Jahren etwas weniger. Wie das genau gerechnet wird, steht im Artikel zur Berechnung. Den Energiebedarf für Deinen Hund rechnet Bowl Builder Dir im kostenlosen Testmodus aus.

Diese Werte sind Durchschnitte. Die FEDIAF hält fest, dass die empfohlenen Werte für ausgewachsene Hunde weit auseinanderliegen: Der höchste ist mehr als doppelt so hoch wie der niedrigste. Auch die Fütterungsempfehlung auf der Packung ist deshalb nur ein Startwert, schreibt die Tierärztin Lisa Freeman vom Ernährungsteam der Tufts University. Ob die Menge passt, zeigt Dir Dein Hund.

So kommst Du auf Gramm

Gramm pro Tag = Energiebedarf ÷ Energie je 100 g Futter × 100. Steht auf der Packung zum Beispiel 380 kcal je 100 g, sind 838 kcal rund 220 g am Tag.

Steht die Energie in Megajoule je Kilogramm (MJ/kg) auf der Packung, rechnest Du mal 23,9 und hast kcal je 100 g. Steht gar keine Energie drauf, nimmst Du die Fütterungsempfehlung als Startwert und prüfst in den ersten Wochen Gewicht und Figur.

Warum sollte ich das Futter abwiegen?

Messbecher sind ungenau, deshalb wiegst Du das Futter besser ab. In einer Studie des Ontario Veterinary College in Kanada portionierten Hundehalter:innen Trockenfutter mit drei verschiedenen Messbechern. Die Mengen wichen von 48 Prozent zu wenig bis 152 Prozent zu viel ab, je nach Becher und Menge. Eine Küchenwaage misst dagegen auf das Gramm genau.

Wiege die Tagesmenge ab und teil sie dann auf die Mahlzeiten auf. Bei selbst gekochtem Futter wiegst Du jede Zutat so ab, wie sie in den Napf kommt.

Wie oft am Tag füttere ich meinen Hund?

Einen ausgewachsenen Hund kannst Du einmal, zweimal oder öfter am Tag füttern, je nachdem, was zu Dir und Deinem Hund passt. So nennt es das Ernährungsteam der Tufts University. Am häufigsten sind zwei Mahlzeiten. Wichtig ist nur, dass die Tagesmenge stimmt.

Den Napf den ganzen Tag gefüllt stehen zu lassen, empfiehlt das Tufts-Team nicht, außer jeder Hund, der an den Napf kommt, hält dabei seine ideale Figur.

Wie viele Leckerlis darf mein Hund am Tag haben?

Leckerlis sollten weniger als 10 Prozent der täglichen Energie ausmachen. Das empfiehlt die WSAVA, der Weltverband der Kleintierärzt:innen. Als Leckerli zählt dabei alles, was Dein Hund zusätzlich zu seinem Futter bekommt: Trainingshappen, Kauartikel und Reste vom Tisch. Gerade beim Üben kommen schnell viele Happen zusammen.

🐕

Rechenbeispiel: 15-Kilo-Hund

erwachsen, aktiv, zwei Mahlzeiten am Tag

838 kcalTagesbedarf
84 kcalLeckerli-Grenze
754 kcalRest für die Mahlzeiten
377 kcalje Mahlzeit

Leckerlis stehen im Bowl Builder in keiner Rechnung. Gibst Du viele davon, ziehst Du sie von der Tagesmenge ab, sonst wird es auf Dauer zu viel.

Woran erkenne ich, ob die Menge passt?

Ob die Menge passt, erkennst Du an der Figur Deines Hundes. Dafür gibt es den Body Condition Score der WSAVA, eine Skala von 1 bis 9. Ideal sind 4 und 5. So sehen die drei Bereiche von oben und von der Seite aus:

Hund von oben und von der Seite: zu dünn mit sichtbaren Rippen und schmaler Taille, ideal mit Taille und hochgezogenem Bauch, zu schwer ohne Taille und mit hängendem Bauch Zu dünn 1 bis 3 Ideal 4 und 5 Zu schwer 6 bis 9 VON OBEN VON DER SEITE
Eigene Darstellung nach dem Body Condition Score der WSAVA, vereinfacht

Das kannst Du zu Hause selbst prüfen:

Selbsttest in drei Schritten
  1. Fühlen: Streich mit den Fingern über den Brustkorb. Die Rippen spürst Du leicht, mit nur wenig Fett darüber.
  2. Von oben schauen: Hinter den Rippen ist eine Taille zu sehen.
  3. Von der Seite schauen: Der Bauch ist hinter dem Brustkorb hochgezogen.

Trifft alles zu, liegt Dein Hund im idealen Bereich.

Body Condition Score nach WSAVA, vereinfacht
Bereich Rippen Taille von oben Bauch von der Seite
1 bis 3: zu dünn leicht zu fühlen, teils zu sehen, kein Fett zu spüren deutlich deutlich hochgezogen
4 und 5: ideal leicht zu fühlen, wenig Fett darüber gut zu sehen hochgezogen
6 bis 9: zu schwer mehr Fett darüber, schwer bis gar nicht zu fühlen kaum oder nicht zu sehen wenig oder gar nicht hochgezogen

Bist Du unsicher oder liegt Dein Hund außerhalb von 4 und 5, lass die Figur in Deiner Tierarztpraxis einschätzen. Das rät auch die Association for Pet Obesity Prevention, ein US-Verein gegen Übergewicht bei Haustieren.

Wiege Deinen Hund in den ersten Wochen regelmäßig. Kleine Hunde wiegst Du auf der Personenwaage am einfachsten auf dem Arm: erst mit Hund, dann ohne, und die Differenz ist sein Gewicht. Nimmt er ungewollt zu oder ab, passt Du die Menge an. Im Bowl Builder änderst Du dafür das Zielgewicht, und Bowl Builder rechnet die Mengen neu.

Muss mein Hund immer Wasser haben?

Ja, Dein Hund braucht jederzeit Wasser. In Österreich wie in Deutschland ist das sogar Vorschrift: Er muss in seinem gewohnten Aufenthaltsbereich jederzeit Wasser in ausreichender Menge und Qualität haben. So steht es in der 2. Tierhaltungsverordnung in Österreich und in der Tierschutz-Hundeverordnung in Deutschland. Nimm auch unterwegs Wasser mit.

💧 Ganz wichtig: Napf täglich spülen

Nur Wasser nachzufüllen reicht nicht. Spül den Wassernapf mindestens einmal am Tag mit heißem Wasser und Spülmittel aus oder tausch ihn gegen einen sauberen. Sonst bildet sich an der Innenseite ein schmieriger Belag aus Bakterien, der sogenannte Biofilm. So steht es auch im Ratgeber des American Kennel Club, des US-Dachverbands für Rassehunde.

Was darf mein Hund nicht fressen?

Manche Lebensmittel aus der eigenen Küche sind für Hunde giftig oder gefährlich. Der Giftnotruf der US-Tierschutzorganisation ASPCA nennt unter anderem:

⚠️ Nicht in den Napf

  • Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch
  • Trauben und Rosinen
  • Schokolade, Kaffee und alles mit Koffein
  • Xylit (Birkenzucker), etwa in Kaugummi und Süßigkeiten
  • Macadamianüsse
  • Alkohol und roher Hefeteig

Weil Zwiebeln und Knoblauch in vielen Gerichten stecken, gehören gewürzte Reste vom eigenen Teller nicht in den Napf. Die ganze Liste steht im Artikel zum Selberkochen.

Wie hilft mir Bowl Builder beim ersten Hund?

Bowl Builder rechnet den Energiebedarf Deines Hundes aus Zielgewicht, Geburtsmonat und Aktivität, kostenlos im Testmodus. Die Zahl hilft Dir auch, wenn Du Fertigfutter fütterst: Teil sie durch die Energie auf der Packung, und Du hast Deinen Startwert in Gramm.

Willst Du selbst kochen, stellst Du im Testmodus eine Bowl aus einem festen Kernset an Zutaten zusammen. Die Mengen in Gramm, die Nährwert-Bewertung, den Wochenplan und die Einkaufsliste gibt es mit Premium für Deinen Hund, einmal bezahlt, 12 Monate gültig und ohne Abo.

Quellen

Stand: 3. November 2026

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Im kostenlosen Testmodus siehst Du den Energiebedarf Deines Hundes und stellst eine Bowl aus einem festen Kernset an Zutaten zusammen. Die Mengen in Gramm und die Nährwert-Bewertung gibt es mit Premium für Deinen Hund, einmal bezahlt und ohne Abo.

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