Wie kann ich Hundefutter selber kochen?
Du garst eine Eiweißquelle wie Huhn, Rind oder Fisch und eine Beilage wie Reis oder Kartoffel, gibst Fett dazu und stimmst die Menge auf den Energiebedarf Deines Hundes ab. Dazu kommen Calcium, Jod, Vitamin D, Vitamin E und ein Öl, denn ohne diese Ergänzungen fehlt dem Futter auf Dauer etwas. Ein festes Grundrezept für jeden Hund gibt es nicht, weil die Mengen an Gewicht, Alter und Aktivität hängen.
Diese Anleitung gilt für gesunde, ausgewachsene Hunde ab 12 Monaten. Trächtige und säugende Hündinnen haben einen anderen Bedarf.
So gehst Du vor:
- Energiebedarf Deines Hundes ausrechnen
- Zutaten wählen: Eiweiß, Beilage und Fett
- Mengen auf den Energiebedarf abstimmen
- Zutaten garen und abwiegen
- Calcium, Jod, Vitamin D, Vitamin E und Öl in die Tagesportion geben
- Portionen abkühlen lassen, in den Kühlschrank stellen oder einfrieren
Ist selbst gekochtes Hundefutter besser als Fertigfutter?
Nicht automatisch. Ein Alleinfuttermittel ist nach EU-Recht ein Futter, das wegen seiner Zusammensetzung für die tägliche Ration ausreicht. Bei selbst gekochtem Futter liegt genau das bei Dir: Ob es den Bedarf deckt, hängt an Menge und Zusammensetzung, nicht am Kochtopf.
Dafür weißt Du beim Selberkochen genau, was im Napf ist, und wählst jede Zutat selbst. Der Preis dafür ist Zeit: einkaufen, kochen, abwiegen und an die Ergänzungen denken.
Was gehört in selbst gekochtes Hundefutter?
Jede Mahlzeit besteht aus denselben Bausteinen. Im Bowl Builder stehen dafür Zutaten aus dem Supermarkt zur Auswahl:
- Eiweiß: Hühnerbrust, Putenbrust, mageres Rind, Schweinefilet, mageres Lamm, Pferd, Lachs, Forelle oder Ei. Fleisch, Fisch und Ei liefern den Großteil des Proteins.
- Beilage: Naturreis, Kartoffel, Süßkartoffel und Haferflocken, dazu Gemüse und Obst wie Karotte, Kürbis, Zucchini, Brokkoli, Pastinake, Spinat, Apfel und Heidelbeeren. Im Bowl Builder zählen sie alle zu den Kohlenhydratquellen.
- Fett: Butterschmalz, Geflügelfett oder Rindertalg. Ein Gramm Fett liefert mehr als doppelt so viel Energie wie ein Gramm Protein oder Kohlenhydrate.
- Öl: Distelöl oder Lachsöl. Mindestens eines davon gehört in jede Bowl.
- Ergänzungen: Calcium, Jod, Vitamin D und Vitamin E.
Wie viel Energie aus Protein, Kohlenhydraten und Fett kommt, legst Du mit Premium über drei Schnellwahlen fest: Fleischbetont, Ausgewogen oder Fleischreduziert. Die Prozente beziehen sich auf die Energie, nicht auf das Gewicht. Wie daraus Gramm werden, steht im Artikel zur Berechnung.
Welche Ergänzungen braucht selbst gekochtes Hundefutter?
Selbst gekochtes Hundefutter braucht vier Ergänzungen und ein Öl. Im Bowl Builder gehören sie in jede Bowl und lassen sich nicht abwählen.
- Calcium: Gekochte Zutaten liefern nur wenige Prozent des Calciumbedarfs. Praktisch jede Mahlzeit braucht also eine Ergänzung. Bowl Builder rechnet die Menge an Calciumcarbonat oder Eierschalenpulver für jede Bowl aus.
- Jod: Es kommt über Seealgenmehl in die Bowl. Der Jodgehalt von Algen schwankt je nach Herkunft und Erntezeitpunkt stark, deshalb gilt die Angabe auf Deiner Packung.
- Vitamin D und Vitamin E: Für beide nennt FEDIAF einen Mindestwert. Bowl Builder rechnet für sie keine Menge aus, weil die Gehalte der Präparate zu unterschiedlich sind. Es gilt die Angabe auf Deiner Packung.
- Öl: Maßstab ist die Linolsäure. Sie ist die einzige Fettsäure, für die FEDIAF bei erwachsenen Hunden einen Mindestwert nennt. Liefern die Zutaten zu wenig davon, rechnet Bowl Builder die Menge an Distelöl aus, sonst kommt Lachsöl in die Bowl.
Mehr zu Bedarf, Quellen und Dosierung steht im Artikel zu Calcium.
Wie viel selbst gekochtes Futter braucht mein Hund am Tag?
Die Menge richtet sich nach dem Energiebedarf Deines Hundes, nicht nach einer festen Grammzahl pro Kilo Körpergewicht. Bowl Builder rechnet ihn nach den Nutritional Guidelines der FEDIAF aus Zielgewicht, Alter und Aktivität. Die FEDIAF ist der europäische Dachverband der Heimtierfutter-Hersteller. Ein erwachsener, aktiver 15-Kilo-Hund braucht so rund 838 kcal am Tag.
Wie viele Gramm das sind, hängt an den Zutaten. Sie liefern je 100 g sehr unterschiedlich viel Energie:
| Zutat | Abwiegen | Energie je 100 g |
|---|---|---|
| Hühnerbrust | gegart | 156 kcal |
| Ei | hart gekocht, ohne Schale | 150 kcal |
| Naturreis | gekocht | 116 kcal |
| Kartoffel | gekocht, ohne Schale | 81 kcal |
| Karotte | roh | 33 kcal |
| Butterschmalz | wie gekauft | 900 kcal |
Die Nährwerte stammen aus USDA FoodData Central, der Nährwertdatenbank des US-Landwirtschaftsministeriums. Die Energie rechnet Bowl Builder daraus wie FEDIAF: 4 kcal je Gramm Protein, 9 kcal je Gramm Fett und 4 kcal je Gramm Kohlenhydrate ohne Ballaststoffe. Die Kalorienangabe der USDA liegt deshalb teils etwas höher, bei roher Karotte zum Beispiel bei 41 kcal.
Eine Faustregel nach Gewicht passt nicht: Eine Bowl mit viel Kartoffel hat bei gleichem Gewicht deutlich weniger Energie als eine mit viel Hühnerbrust. Bowl Builder stimmt die Mengen auf den Energiebedarf ab und rundet auf ganze Gramm. Die Berechnung ist Dein Startwert. Nimmt Dein Hund ungewollt zu oder ab, passt Du das Zielgewicht an, und Bowl Builder rechnet die Mengen neu.
Reicht ein Rezept aus dem Internet oder einem Buch?
Meistens nicht. Forschende der University of California, Davis, haben 200 Rezepte aus 34 Quellen ausgewertet, darunter Fachbücher für Tierärzt:innen, Ratgeber und Websites. 95 Prozent der Rezepte lieferten mindestens einen Nährstoff nicht in ausreichender Menge. Bei mehr als 83 Prozent fehlten sogar mehrere. Gemessen an den Mindestwerten der AAFCO, des Verbands der US-Futtermittelbehörden, waren nur 9 der 200 Rezepte für erwachsene Hunde vollständig.
Als besonders kritisch nannten die Forschenden die Lücken bei Cholin, Vitamin D, Zink und Vitamin E. Abwechslung hilft dabei wenig: Weil viele Rezepte dieselben Lücken hatten, schließt ein Wechsel zwischen ihnen die Lücken wahrscheinlich nicht.
Eine neuere Auswertung des Dog Aging Project aus den USA kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Von 1.726 selbst zubereiteten Rationen, die Halter:innen beschrieben hatten, waren nur 6 Prozent möglicherweise vollständig.
Dazu kommt das Nachkochen. In einer Befragung aus Brasilien kochten 46 Halter:innen seit mindestens sechs Monaten nach einem Rezept, das sie von der Ernährungsabteilung einer Universitätstierklinik bekommen hatten. 40 Prozent achteten nicht genau auf die Mengen der Zutaten. Gut ein Drittel setzte die Vitamin- und Mineralstoffergänzung nicht richtig ein.
Bowl Builder rechnet die Mengen für Deinen Hund aus und trägt die Pflicht-Ergänzungen in jede Bowl ein. Vitamin D und Vitamin E gehören dazu. Zink und Cholin prüft Bowl Builder nicht: Die Ampel bewertet drei Werte, Protein, Fett und Phosphor, nicht jeden einzelnen Nährstoff.
Wie bereite ich selbst gekochtes Hundefutter zu?
- Ohne Würze garen: Fleisch, Fisch, Reis, Kartoffel und Gemüse garst Du ohne Salz, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze. Fleisch und Fisch garst Du ganz durch.
- So abwiegen, wie es in den Napf kommt: Bowl Builder rechnet mit den Nährwerten in dem Zustand, in dem gefüttert wird. Gegart wiegst Du Fleisch, Fisch, Ei, Reis, Kartoffel und das meiste Gemüse ab. Roh wiegst Du Karotte, Apfel und Heidelbeeren ab, Haferflocken wiegst Du trocken ab. Für die meisten Fleischsorten und für Reis rechnet die Einkaufsliste das auf die Menge beim Einkauf um.
- Zerkleinern: Rohe Karotte reibst Du für die Mahlzeit fein, gegartes Gemüse zerdrückst oder pürierst Du. Warum, steht im Artikel zu Karotten.
- Ergänzungen zum Schluss: Calcium, Seealgenmehl, Vitamin D, Vitamin E und Öl gibst Du in die fertige Tagesportion, nicht in den Topf. So landet in jeder Portion genau die Menge, die für einen Tag gedacht ist.
Was darf nicht in selbst gekochtes Hundefutter?
Manche Lebensmittel aus der eigenen Küche sind für Hunde giftig oder gefährlich. Der Giftnotruf der US-Tierschutzorganisation ASPCA nennt unter anderem:
⚠️ Nicht in den Napf
- Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch
- Trauben und Rosinen
- Schokolade, Kaffee und alles mit Koffein
- Xylit (Birkenzucker), etwa in Kaugummi, Süßigkeiten und Zahnpasta
- Macadamianüsse
- Alkohol und roher Hefeteig
- Salz und stark gesalzene Speisen
- Knochen
Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch schädigen laut ASPCA die roten Blutkörperchen. Weil sie in vielen Gerichten stecken, gehören gewürzte Reste vom eigenen Teller nicht in den Napf. Knochen können Verletzungen und Darmverschlüsse verursachen.
Wie lange hält selbst gekochtes Hundefutter?
Im Kühlschrank hält gekochtes Futter 3 bis 4 Tage. So steht es bei der US-Lebensmittelbehörde FSIS für gekochte Reste. Die Regeln gelten für Lebensmittel von Menschen. Für das Futter Deines Hundes hältst Du Dich am besten genauso daran.
- Abkühlen: Stell das Futter innerhalb von zwei Stunden nach dem Kochen in den Kühlschrank. Große Mengen verteilst Du auf flache Dosen, dann kühlen sie schneller ab.
- Einfrieren: Eingefroren bleibt das Futter sicher, verliert aber nach 3 bis 4 Monaten an Feuchtigkeit und Geschmack. Friere es am besten in Tagesportionen ein.
- Auftauen: Am sichersten taust Du im Kühlschrank auf. Aufgetautes Futter verbrauchst Du innerhalb von 3 bis 4 Tagen.
Mit dem Wochenplan und der Einkaufsliste im Bowl Builder planst Du das Vorkochen für mehrere Tage.
Quellen
- FEDIAF: Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, Ausgabe September 2025 (PDF)
- USDA FoodData Central: Chicken, breast, meat only, cooked, roasted (FDC 171477), Egg, whole, cooked, hard-boiled (FDC 173424), Rice, brown, long-grain, cooked (FDC 169704), Potatoes, boiled, cooked without skin (FDC 170440), Carrots, raw (FDC 170393), Butter, clarified butter (ghee) (FDC 171314)
- Studie: Stockman J, Fascetti AJ, Kass PH, Larsen JA: Evaluation of recipes of home-prepared maintenance diets for dogs, Journal of the American Veterinary Medical Association 242 (2013), S. 1500-1505
- UC Davis: Homemade dog food recipes can be risky business, study finds, 15.07.2013
- Studie: O'Brien JS et al.: Findings from the Dog Aging Project: home-prepared diets for companion dogs feature diverse ingredients, and few are nutritionally complete, American Journal of Veterinary Research 86 (2025)
- Studie: Oliveira MCC et al.: Evaluation of the owner's perception in the use of homemade diets for the nutritional management of dogs, Journal of Nutritional Science 3 (2014), e23
- ASPCA Animal Poison Control Center: People Foods to Avoid Feeding Your Pets
- USDA Food Safety and Inspection Service: Leftovers and Food Safety
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe i
- Verbraucherzentrale Hamburg: Nori, Wakame, Kombu & Co: Diese Algen kann man essen
Stand: 1. November 2026

